Hundeführerschein Bremen: Pflicht für neue Hundehalter ab 1. Juli 2026

Seit dem 1. Juli 2026 müssen neue Hundehalter:innen in Bremen einen Sachkundenachweis erbringen - als erstes Bundesland Deutschlands. Alle wichtigen Infos zu Prüfung, Kosten, Fristen und Ausnahmen.
Veröffentlicht am 12.8.2026
Seit dem 1. Juli 2026 gilt in Bremen eine neue Regelung, die es bundesweit so noch nicht gab: Wer sich in der Hansestadt einen Hund neu anschafft, muss vorher einen Hundeführerschein - offiziell Sachkundenachweis genannt - erwerben. Bremen ist damit das erste Bundesland Deutschlands mit einer allgemeinen Hundeführerschein-Pflicht. Hier erfährst du, wer betroffen ist, wie die Prüfung abläuft, was sie kostet und welche Ausnahmen es gibt.
Was ist der Bremer Hundeführerschein?
Der Hundeführerschein ist ein amtlich anerkannter Sachkundenachweis, mit dem künftige Hundehalter:innen zeigen, dass sie über das nötige Wissen für eine verantwortungsvolle Hundehaltung verfügen. Er besteht aus zwei Teilen: einer Theorieprüfung und einer Praxisprüfung. Grundlage ist das neue Hundegesetz, das der Bremer Senat beschlossen hat, um Überforderung in der Hundehaltung vorzubeugen und Beißvorfälle zu reduzieren.
Wer ist betroffen?
Die Pflicht gilt für alle Personen, die seit dem 1. Juli 2026 in Bremen einen Hund neu aufnehmen - egal ob Welpe, Hund aus dem Tierheim oder Übernahme aus privater Hand. Wer bereits vor diesem Stichtag einen Hund in Bremen gehalten hat, muss für dieses Tier grundsätzlich keinen Führerschein nachholen. Eine wichtige Ausnahme: Bei einer Neuanschaffung nach dem Stichtag greift die Pflicht auch dann, wenn bereits andere Hunde im Haushalt leben.
Theorieprüfung: Ablauf und Inhalt
Die theoretische Prüfung umfasst 35 Multiple-Choice-Fragen. Bestanden ist sie mit mindestens 75 Prozent richtigen Antworten, also 26 von 35 Fragen. Wichtig: Die Theorieprüfung muss vor der Aufnahme des Hundes abgelegt und bestanden sein - sie ist somit Voraussetzung für die Anschaffung, nicht erst danach nachzuholen.
Praxisprüfung: Frist und Voraussetzungen
Die praktische Prüfung muss innerhalb von zwölf Monaten nach Aufnahme des Hundes mit genau diesem Tier absolviert werden. Der Hund muss zum Prüfungstermin mindestens zwölf Monate alt sein - bei einem jüngeren Welpen bleibt also entsprechend mehr Zeit bis zum Fristablauf.
Bestandsschutz und Ausnahmen
Wer in den vergangenen fünf Jahren nachweislich mindestens zwei Jahre lang einen Hund gehalten und dabei bereits eine Theorieprüfung bestanden hat, muss diese für einen weiteren Hund nicht erneut ablegen. Weitere Ausnahmen gelten unter anderem für Personen mit einschlägiger Fachkunde, etwa Tierärzt:innen oder Jäger:innen mit gültigem Jagdschein. Für Hunde, die bereits als gefährlich eingestuft wurden, gilt der Bestandsschutz ausdrücklich nicht - hier bleiben die bisherigen, strengeren Regelungen bestehen.
Wo kann man die Prüfung ablegen?
Theorie- und Praxisprüfung dürfen nur von offiziell anerkannten Stellen und Prüfer:innen abgenommen werden. In der Praxis bedeutet das: Du meldest dich bei einer zertifizierten Hundeschule oder einem entsprechend anerkannten Anbieter in Bremen an, der auf die Vorbereitung und Abnahme des Sachkundenachweises spezialisiert ist.
Kosten im Überblick
Für die Vorbereitung auf die Theorieprüfung solltest du mit Kursgebühren zwischen 100 und 300 Euro rechnen. Die Prüfung selbst kostet zusätzlich etwa 80 bis 150 Euro. Die genauen Preise variieren je nach Anbieter und Kursumfang.
Was passiert, wenn die Frist verpasst wird?
Wer die erforderliche Sachkunde nicht rechtzeitig nachweist, muss mit empfindlichen behördlichen Bußgeldern rechnen - laut Bußgeldkatalog sind bis zu 50.000 Euro möglich. Es lohnt sich also, die Theorieprüfung frühzeitig vor der geplanten Anschaffung und die Praxisprüfung rechtzeitig innerhalb der Zwölf-Monats-Frist zu planen.
Diese Informationen basieren auf öffentlich zugänglichen Quellen (Stand: August 2026) und ersetzen keine Rechtsberatung. Für eine verbindliche Auskunft zu deinem individuellen Fall wende dich an die zuständige Bremer Behörde.
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Häufige Fragen
Wer muss in Bremen den Hundeführerschein machen?
Alle Personen, die seit dem 1. Juli 2026 in Bremen einen Hund neu anschaffen. Wer schon vorher einen Hund hielt, muss für dieses Tier keinen Führerschein nachholen.
Was kostet der Hundeführerschein in Bremen?
Vorbereitungskurse kosten etwa 100 bis 300 Euro, die Prüfung selbst zusätzlich rund 80 bis 150 Euro.
Muss ich die Theorieprüfung vor oder nach der Anschaffung des Hundes ablegen?
Die Theorieprüfung muss vor der Aufnahme des Hundes bestanden sein. Die Praxisprüfung folgt danach, innerhalb von zwölf Monaten und mit dem konkreten Hund.
Gibt es Ausnahmen von der Hundeführerschein-Pflicht?
Ja, unter anderem für Personen, die in den letzten fünf Jahren mindestens zwei Jahre einen Hund gehalten und bereits eine Theorieprüfung bestanden haben, sowie für Tierärzt:innen und Jäger:innen mit Jagdschein.
Was passiert, wenn ich die Sachkunde nicht rechtzeitig nachweise?
Es drohen behördliche Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Die Theorieprüfung sollte deshalb rechtzeitig vor der Anschaffung, die Praxisprüfung innerhalb der Zwölf-Monats-Frist erledigt werden.
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Autor: Redaktion Pfotengeflüster – Hundebesitzer:innen im Alltag und unterwegs